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Schutzdienst- und Unterordnungsseminar mit Peter Scherk und Cornelia Scherk

am 28. und 29. November 2009 bei den Hundefreunden Lauf

 


Da ich leider nicht am Seminar teilnehmen konnte, berichtet euch mal die Mama von ihrem lehrreichen und tollem Wochenende...

 

Samstag 28. November 2009, Unterordnung

Schon um acht Uhr früh, holte mich Sportskollege Andi (von den Hundefreunden Lauf) vor meiner Haustüre ab und wir fuhren zusammen mit seiner Ace in Richtung Laufer Hundeplatz. Als wir ankamen, war der Parkplatz schon mächtig voll und es liefen einige bekannte Gesichter umher. Nach einem kleinen Frühstück, einem heißen Kaffee und einer netten Willkommensrede von Peter Scherk, legten wir pünktlich um 9 Uhr mit der Unterordnung los.

Wir starteten mit dem Fußlaufen. Nach einem kurzen Theorieteil (mit ein paar wichtigen Grundlagen in der Welpenarbeit, die schon zu Hause ab dem ersten Tag beginnen soll) demonstrierte Cornelia Scherk, an Hand ihres 12 Wochen alten Welpen Schorschi, auf was beim Futtertreiben zu achten ist und wie man das Futter fassen soll. Peter Scherk kommentierte dabei fleissig und anschaulich. Während der gesamten Unterordnung und auch danach, benutzt Peter Scherk keine weitere positive Verstärkung als Lob und Futter. Den Ball als Beuteobjekt gibt es nur beim Apportieren und beim Voraus, was für mich ziemlich logisch war, denn ich merke mittlerweile, das mein Diego in der Unterordnung ziemlich stark beutebezogen ist und vieles nur für seinen Balli macht und nicht einfach für die Übung an sich. Ich werde sicherlich vieles daraus bei meinem nächsten Welpen anwenden, denn diese absolut geniale Methode hat es mir wirklich angetan. Die Korrektheit und Genauigkeit beim Fußlaufen und den Grundstellungen hat einen hohen Stellenwert. Außerdem wird das andauernde Lob und ständige Kommuniziern mit dem Hund, während der Übung sehr wichtig sein. Nach und nach demonstrierte Peter anhand von seinem Bendix (SchH 3 2007 - 300 Punkte!) den Futterabbau und der später folgenden Positionsarbeit mit Gerte. Außerdem demonstrierte er uns eine schöne Methode, um aufmerksamen Blickkontakt zum Hund herzustellen und während der gesamten Übung zu halten. Natürlich zeigte er uns auch das korrekte Einwirken bei Fehlverhalten und die darauf folgende Fußarbeit. 

Da viele Hundeführer auch gleich diese Methode anwenden wollten, zog sich die komplette Fußarbeit bis um 12 Uhr. Vielleicht haben wir dabei noch mehr gelernt, als vom Zeigen selbst, denn die kleinen Fehler der anderen wird man bestimmt auch an sich selbst entdecken können und das genaue Beobachten war eine riesige Hilfe.

Um 12 Uhr gab's dann im kuschelig warmen Vereinsheim leckeres Gulasch und Nudeln. Nachdem wir dann alle endlich aufgewärmt waren, legten wir auch gleich wieder mit den nächsten Übungen los.

Weiter ging es dann mit den Übungen Sitz, Platz und Steh. Auch das werde ich in meine zukünftige Arbeit mit einbeziehen, denn es ist eine schöne Methode dem Hund das "selbst lernen" beizubringen. Peter Scherk legt dabei wieder sehr viel Wert auf ständigen verbalen Kontakt mit dem Hund während er rückwärts läuft und der Hund von vorne an der rechten Hand Fuß geht. Er bereitet seinen Hund vor der Übung darauf vor und sagt ihm genau, welche Übung als nächste folgt. Der Hund ist somit schon in der Entwicklungsphase voller Erwartungshaltung und führt die Übung dann zügiger und freudiger aus. Somit bestätigt der Hund sich durch die Übung selbstständig und macht die Übung nicht einfach nur für das Futter. Die Einzelnen Elemente werde ich jetzt hier nicht ausführlich beschreiben, dann würde ich sicherlich noch morgen Früh hier dran sitzen . Auch diese Methode wollten erstmal ein paar Sportskollegen ausprobieren und wir verfolgen die Übungen und Entwicklungen gespannt. 

Als nächstes folgte dann das Apportieren. Ich musste anfangs ein wenig schmunzeln, denn genauso habe ich mit Diego den Apport auch aufgebaut. Peter Scherk arbeitet allerdings nicht mit "Beutetausch" sondern mit Bestätigung durch einen Ball, den der Hund gleichzeitig mit dem Bringholz im Maul tragen darf, um das Bringholz für den Hund nicht als minderwertiges Objekt zu präsentieren. Sicherlich kann man hier die ein oder andere Sache für sich herausziehen. Was mir sehr gut gefallen hat, war die Methode dem Hund zu zeigen, dass er das Holz ruhig zu halten hat. Auch das werde ich in meine zukünftige Arbeit mit einbeziehen. Der weitere Aufbau gestaltet sich ähnlich wie die Arbeit, die ich mit Diego bereits von Anfang an gemacht habe.(Diese habe ich mir übrigens auf youtube angeeignet ) Könnt ihr auch unter "Meine Videos" - "Unterordnung" gut verfolgen.

Nachdem wir uns sehr lange mit den Grundprinzipien des Apportierens selbst beschäftigt haben, besprachen wir kurz theoretisch das wichtigste beim Aufbau der Sprungübung. Peter Scherk legt dabei wert auf weites und hohes Springen. War sicherlich auch eine gute Methode für die Zukunft.

Zum Abschluss am Abend befassten wir uns noch ausgiebig mit der Vorausübung. Hier muss ich allerdings sagen, dass mir der Aufbau, wie Peter Scherk ihn macht, nicht unbedingt zusagt. (Man darf ja auch kritisch sein nicht wahr? ) Vom Grundprinzip her habe ich mit Diego auch nicht anders angefangen, jedoch gefällt mir das Fortführen der Übung auf diese Art nicht. Peter Scherk wirkt in der Situation, in der der Hund auf das erste Kommando nicht Platz macht, nicht ein sondern sagt es einfach im gleichen Tonfall noch 2 oder 3 mal. Irgendwann wird sich der Hund schon legen und merken, das die letzte Strecke die er gelaufen ist, sinnlos war. Ich glaube, ich bleibe bei einer anderen Methode, die mir jemand  auf dem Heimweg erzählt hat , die ich für viel effektiver und sinnvoller halte.

Zum Abschluss des kalten und windigen Tages saßen wir noch gemütlich am Ofen im Vereinsheim und plauderten ein wenig über die Hundewelt. Es war ein sehr sehr lehrreicher und lustiger Tag. Mal sehen, was morgen so alles im Schutzdienst gezeigt wird. 

 

Sonntag 29. November 2009, Schutzdienst

Heute ging es wieder um Punkt neun Uhr, nach einem gemütlichen Frühstück im kuscheligen Vereinsheim auf den sonnigen Platz und wir haben auch gleich mit dem Schutzdienst begonnen. Als aller erstes zeigte Peter uns den Aufbau ab ca. der 12./13. Woche. Dabei rollt er das ganze von hinten auf. Nicht erst wie man es von früher kennt: Beißen, Leder, Helferaktion, Beißen, Helfer arbeitet und hetzt den Hund auf und erst wenn der Hund das kann, kommt die Belastung dazu.....sondern.....der Hund ist der agierende Part im Schutzdienst und die Belastung findet bereits als erstes statt. Bevor der Hund also jemals einen Anbiss haben wird, möchte Peter ihn belastbar und vor allem selbstsicher und von sich überzeugt haben. Dem Hund soll Spaß und Ruhe vermittelt werden. Bereits beim kleinen Welpen möchte Peter Scherk die Aggression und das Vorangehen zum Mann fördern, denn seiner Meinung nach dominieren leider die Beutebezogenen Hunde und ein späteres "Armverbellen" oder Unsicherheiten in den Belastungsphasen (die sich z.B. in einem unruhigen Griff äußern) können somit nicht auftreten, weil der Hund von Anfang an gelernt hat, wie er mit der Belastung umgehen muss. Peter zeigte uns richtig genial den Welpenaufbau und das stark werden des kleinen Hundes und vermittelte dabei dem Hund das Stark sein und gleichzeitig eine unwahrscheinliche Ruhe. Da sage ich doch gleich mal: Das werde ich genau 100 % nach seinem Schema machen. Ich werde hier jetzt auch nicht den gesamten Übungsaufbau schildern. Schaut euch doch einfach ein Seminar an, es ist wärmstens zu empfehlen.  Nach dem wir drei vier Hunde in verschiedenem Alter nach diesem Schema vorführten und die Entwicklung betrachteten, sprachen wir nocheinmal ausführlich über diese Übung.

Dann widmeten wir uns dem Verbellen. Peter Scherk demonstrierte mit seinem Weltmeisterhündchen Bendix  das Verbellen im Versteck und den gesamten Aufbau von Anfang an. Nach seiner Methode übernimmt das der Hundeführer selbst komplett alleine, bis der Hund abgesichert ist. Erst dann wird dieses Element überhaupt im Schutzdienst eingefügt.

Nach dem Üben des Verbellens mit verschiedenen Hunden, widmeten wir uns dem Gehorsam: Seiten- und Rückentransport, Freifolge und Revieren. Diese Methoden gefallen mir ebenfalls ziemlich gut, denn ich persönlich habe so etwas in der Art noch nie vorher gesehen und bin wirklich begeistert. Vor allem der Rückentransport gefällt mir richtig gut. Peter legt wahnsinnig viel Wert daraf, das der Hund beim Laufen Kontakt zu seinem linken Knie hält. Also wenn er einen Schritt mit links geht, darf der Hund mitgehen, wenn er dann das linke Bein belastet und das rechte Bein vorstellt, hat der Hund am linken Bein auf Kniehöhe zu stoppen. Somit wird ein Vorprellen komplett verhindert, weil der Hund von Anfang an gelernt hat, dem linken Bein zu folgen und Kontakt zu halten ohne dagegen zu pressen. Bei einem flüssigen Gehen sieht dies dann richtig genial aus. Gesehen - Gebongt! Dies werde ich garantiert mit Diego so versuchen, denn das gefällt mir richtig richtig gut!

Das Revieren ist von Grund auf der gleiche Aufbau, wie ich ihn schon mit Diego gemacht hab. Peter hat uns dabei noch ein paar gute Tricks für das enge Revieren gezeigt. Basteln ist angesagt!  Denn diese Methode ist ebenfalls sehr toll, einfach und nützlich!

Den ganzen Nachmittag bis zum Abend hin, haben wir dann nochmal alle Übungen wiederholt und durften verschiedene Hunde bei ihren Vorführungen beobachten.

Wir saßen noch eine ganze Weile zusammen mit den Laufer Sportsfreunden und Peter am Tisch neben dem Ofen, sahen uns die Bilder des gelungenen Wochenendes auf dem Notebook an und diskutierten noch ein wenig vor uns hin.

Zum Abschluss gab's dann für Peter und seine Frau noch einen mächtigen Applaus und ein dickes Stück Torte!

 

An dieser Stelle möchte ich mich nocheinmal ganz arg bedanken

- DANKE DANKE DANKE - 

für das superschöne, lehrreiche, spannende und lustige Wochenende bei Peter und Cornelia Scherk und bei den Hundefreunden Lauf, eingeschlossen meinem Chauffeur dem Andi 

Ich habe wahnsinnig viel gelernt und werde sicherlich einige viele Elemente in meine Ausbildung mit Diego und noch mehr Elemente in meinen Welpenaufbau mit meiner kleinen Hündin (jaja, bald ist sie da -  nicht mehr lang!) mit einbeziehen und versuchen durchzusetzen!!

Dieses Seminar war absolut klasse und ist wirklich wärmstens zu empfehlen! Wenn er nochmal in der Nähe ist, werde ich 100 %ig mit Hund teilnehmen und freue mich jetzt schon drauf, wieder mit ihm arbeiten zu können!

 

 


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